Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie
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Ziel des vierten Exkursionstages war die Besichtigung von Airbus Helicopters, sowie der Kernfusionsversuchsreaktor ITER. Pünktlich um 07:45 Uhr ging es mit dem Bus los in Richtung Marignane, im Süden Frankreichs. Nach der Ankunft gegen 09:00 Uhr am Werk von Airbus Helicopters wurden wir von zwei Herren in Empfang genommen, die uns anschließend durch das Werk begleiteten. Nach einer kurzen Firmen-Präsentation durften wir drei Stationen besichtigen. Erster Halt war die Fertigungshalle der Hubschraubergetriebeteile. Uns wurde gezeigt, wie die Bauteile gefertigt werden bzw. wie ein Getriebe eines Hubschraubers aufgebaut ist und funktioniert. Sämtliche Einzelteile, größtenteils bestehend aus Magnesium oder Titan, werden im eigenen Werk gefertigt und geprüft. Die Zweite Station war die Montagestrecke eines kleineren Serienmodelles H125. Es handelt sich dabei um das meist verkaufte Hubschraubermodell von Airbus. Das Design stammt aus den 70er Jahren und wurde bis heute nur unwesentlich verändert. Die letzte Station war die Besichtigung der Montagehalle für großen Hubschrauber, die für Offshore Anwendungen, Personentransport oder militärische Zwecke verwendet werden. Das Werk in Marignane beschäftigt ca. 20.000 Mitarbeiter, weshalb es uns nicht möglich war alle Stationen an einem Tag zu besichtigen. Um 12:30 endete die Führung durch das Werk, in der wir einen kurzen aber dennoch interessanten Einblick in diese Firma bekommen konnten.

 

Mit dem Bus ging es dann weiter. Auf Anraten vieler Beteiligter, wurde ein kurzes aber kulinarisch hochwertiges Mittagessen bei McDonalds heruntergeschlungen. Die Gourmets unter uns folgten allerdings unserer einheimischen Kollegin in die Boulangerie und aßen dort ein gefülltes Baguette und wie in Frankreich üblich, mit einer Flasche Wein. Ganz im Gegenteil zu dem Tag davor, wurde die Zeit zum Essen an diesem Tag effizient eingespart. Bei ITER angekommen, wurde uns, in Bauarbeitermontur, zunächst das Baugebiet des zukünftigen Kernfusionskraftwerkes gezeigt. Die riesigen Tokamak, welche das Magnetfeld erzeugen, um das Plasma aufrechtzuerhalten werden direkt vor Ort zusammengebaut.

 

Das Ziel ist, bis 2025 damit das erste Plasma zu erzeugen und bei Erfolg 10 Jahre später das erste Fusionsexperiment zu starten. Erst nach der Besichtigung folgte der Vortrag. Darin erfuhren wir, dass „iter“ lateinisch ist für „Weg“, also für den Weg zu neuen erneuerbaren Energien steht. ITER ist international und fast zu 50 % über die EU finanziert. Auch Korea, Indien, USA, Japan, Russland und China sind an ITER beteiligt. Die Finanzierung erfolgt aber größtenteils über Bauteile und Materialien.

Nach diesem sehr informativen Vortrag erfolgte die Busfahrt nach Grasse, welche geprägt war von eifrigen Diskussionen über das soeben gehörte. Materialwissenschaftlern, Maschinenbauern, Chemikern, Biologen und auch Physikern, wurde bewusst, dass sie wohl damals in Physik doch besser hätten aufpassen sollen.

Nach diesen geistreichen Diskussionen wurden die überhitzten Hirne erst einmal abgeschaltet und viele verfielen ins Schlafkoma, bis zur Ankunft in Grasse.